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Mehr Lebensstandard, mehr Zufriedenheit? Teil 1

Kennen Sie das Gefühl, für etwas eine ganze Weile gespart zu haben, um dann bereits nach einigen Tagen festzustellen, dass es Sie langweilt und nichts als ein weiteres Utensil ist, dass von nun an in der Schublade zusammen mit all den anderen unzähligen Dingen verschwindet, die ihnen ein besseres Leben bescheren sollten?

Unser Drang von allem ständig mehr besitzen zu wollen, kann das Verlangen nach dauerhafter Zufriedenheit und Erfüllung einfach nicht kompensieren.

Lebensfreude vs. Lebensstandard

Obwohl wir es durch die zahlreichen Käufe der Vergangenheit besser wissen sollten, begehen wir ständigen diesen Irrtum. Leider wächst unsere Lebensfreude nicht im gleichen Maß wie unser Lebensstandard – zumindest nicht auf Dauer.

Ein Gefühl wie Trauer kann durch den Kauf bestimmter Dinge zwar kurzzeitig betäubt werden, doch sobald deren Wirkung nachlässt, nimmt die Trauer wieder zu.

1, 2, 3…Veränderung

Der Versuch sein Leben durch eine ständig steigende Anzahl an materiellen Helfern zu verbessern, ist wahrscheinlich deshalb so beliebt, weil wir sofort eine Veränderung sehen.

Und genau das wollen wir doch, sofortige Ergebnisse. Wenn Sie traurig sind, dann muss sofort eine Lösung her. Auch wenn hier der Kauf eines DVD Players bedeutend sinnvoller ist, als seine Sorgen in Alkohol zu ertränken, so geraten wir damit doch nur wieder in die alte Spirale von „Mehr, mehr, immer mehr“.

Konsumsucht: Ist dauerhafte Zufriedenheit wirklich käuflich?

Dieses Streben nach mehr beginnt sehr langsam und unscheinbar. Anfangs kann dieser Drang noch leicht befriedigt werden. Im Laufe der Jahre nimmt er allmälich zu, fällt aber mit steigenden Einkommen kaum auf.

Wir kaufen uns ein schöneres Auto, buchen teurere Reisen. Doch bereits nach einige Monate stellen wir fest, dass ein 20.000€ teureres Auto auch nur ein Auto ist, und in Anbetracht der sich immer weiter ausbreitenden Alltagsblindheit, übersteigt der Kaufpreis die momentane Zufriedenheit jetzt schon um ein Vielfaches.

Ein neueres, größeres Auto muss also her. Was dann passiert, können Sie sich vorstellen. Die anfängliche Begeisterung ebbt ab, der Schein des Neuen verblasst, und mit ihm verschwindet auch das angenehme Gefühl etwas Neues besessen zu haben.

Neu und zufrieden oder alt und unglücklich?

Ihre Reaktion ist völlig normal. Wenn man die eigene Zufriedenheit jedoch zu 100% an das Gefühl koppelt, etwas Neues zu besitzen, dann sollte doch klar sein, dass dieses Gefühl mit der Zeit verschwindet.

Sie besitzen das Verlangen nach dauerhafter Erfüllung und Zufriedenheit, versuchen dieses aber mit den falschen Mitteln zu stillen.

Es ist so, als ob Sie eine Krankheit besäßen, doch das heilende Gegenmittel nicht kennen. Anstatt nach einer wirksamen Lösung zu suchen, bedienen Sie sich aber weiterhin der altbekannten Medizin des Konsums. Mit jedem Versuch diese durch „Mehr, mehr, mehr“ zu heilen, verschlimmert sie sich nur noch weiter.

Sie sollten aufwachen und erkennen, dass Sie sich auf einem Zug befinden, dessen Gleisende schon in Sicht ist, und der mit jedem Konsum an Fahrt zulegt, bis Sie diesen nicht mehr stoppen können.

Im zweiten Teil zu „Mehr Lebensstandard, mehr Zufriedenheit“ erfahren Sie, was Sie tun können, um diesem Kreislauf zu entkommen.

» Teil 2: Dankbarkeit – Fremdwort im 21. Jahrhundert

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