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Richtig entspannen will gelernt sein

Wir alle wissen, dass sich Höchstleistungen nicht am laufenden Band erzielen lassen. Jeder Anspannung muss eine Entspannung folgen. Was für das Wachstum eines Muskels gilt, gilt auch für den menschlichen Erfolg.

Der Erfolg ihres nächsten Vorhabens hängt zu einem großen Teil davon ab, wie gut sie ihre „Batterien geladen haben“.

Schwacher Akku, schwache Ergebnisse

Diese Metapher beschreibt das Problem der richtigen Entspannung ziemlich gut. Würden Sie den Akku eines Gerätes nur bis zur Hälfte laden und dann erwarten, dass  es mit der angegebenen Höchstdauer mit Energie versorgt wird?

Umso unverständlicher ist es, dass viele mit dieser Methode ihr ganzes Leben durchlaufen. Sie powern sich voll aus, merken im besten Fall, dass sie eine Pause benötigen, legen sich wieder zu 100% ins Zeug, obwohl Sie die hierfür nötige Energie noch gar nicht besitzen. Am Ende wundern sie sich, warum die Ergebnisse nur mittelmäßig ausfallen.

Entspannung statt Ablenkung

Geht man einmal dem Verlangen echter Entspannung nach, stellt man schnell fest, wie schwierig es doch ist. Kein Wunder, in einer Welt in der versucht wird die tägliche Entspannungsdosis mittels Fernsehen und Alkohol zu konsumieren.

Hierbei wird ganz klar Entspannung mit Ablenkung verwechselt. Damit laden Sie ihre Batterien im bestenfalls nur minimal. Sie ersetzen nur ein unangenehmes Bild durch ein anderes. Und sobald der Fernseher wieder aus ist, sind die alten Probleme wieder da. Von Entspannung keine Spur.

Tipps, um echte Entspannung zu erlangen

Ruhe: Suchen Sie sich einen Ort, an dem Sie fern von Lärm und Ablenkungen sind. Ganz wichtig: Störquellen wie Handy, Fernseher, PC und Radio ausschalten!

Solche Entspannungspausen müssen nicht stundenlang sein. Genauso wie Sie ihre tägliche Nahrung nicht mit einem Mal zu sich nehmen, genauso können Sie ihre Pausen in mehrere kleine, angenehme und leicht verdauliche Stücke aufteilen.

Gedankenlosigkeit: Der Sinn jeder Entspannung besteht darin, dass Sie ihren Kopf frei von Gedanken machen. Nur so können Sie sich in einem Minimum an Zeit optimal regenerieren.

Sich an einem ruhigen Ort zu befinden reicht nicht aus, Sie müssen auch alle Unterbrechungen beseitigen, die durch ihre Gedanken erzeugt werden. Sobald Sie merken, dass sich ein Gedanke den Weg in ihr Bewusstsein bahnt, begrüßen Sie diesen nett und lassen Sie ihn wieder ziehen. Sobald Sie krampfhaft versuchen diesen Gedanken aktiv zu beseitigen, verstärkt sich dieser nur umso mehr.

Die richtige Körperhaltung: Am leichtesten lässt es sich zwar im Liegen entspannen, doch hier laufen wir Gefahr, dass die Entspannung zum Schlaf wird. Vor allem Entspannungsanfänger unterliegen häufig dieser Erscheinung. Eine angenehme Sitzposition auf dem Lieblingssessel ist da schon eher geeignet. Hierbei sollte man darauf achten, dass man eine lockere, aber nicht zu entspannte Haltung einnimmt.

Slow Down: Sie müssen sich vor allem entspannt entspannen. Zwischen zwei Terminen eine 30 minütige Pause einzuplanen, wenn ihr Puls bei 180 ist und sich ihre Gedanken überschlagen, bringt rein gar nichts. Solch eine Vollbremsung hat genau den gegenteiligen Effekt. Statt plötzlicher Entspannung werden Sie in Folge ihrer Erwartungen nur noch angespannter und verkrampfter.

Lassen Sie die Luft raus: Wenn Sie physisch oder psychisch angespannt sind, können Sie wahre Entspannung erst erfahren, sobald Sie diese Stressquellen eliminiert haben. Verspannungen lassen sich mittels Massage oder heißer Bäder lösen. Sport ist hilfreich um einen klaren Kopf zu bekommen. Dadurch können Sie Zustände wie Wut, Hass, Angst und Unentschlossenheit beseitigen.

Lächeln: Sie können ihre Sorgen im wahrsten Sinne des Wortes weglächeln. Und genauso wenig wie unser Gehirn zwischen einer tatsächlich gemachten Erfahrung und einer lebhaft vorgestellten Erfahrung unterscheiden kann, genauso kann es zwischen einem künstlichen Lächeln und einem echten Lächeln unterscheiden. Zur Auflockerung solcher Lachübungen hilft es die Augenbrauen nach oben zu ziehen. Ein Schlechte Laune Gesicht ist so kaum noch möglich.

Beruhigen Sie alle Sinne: Die wohl am weitesten verbreitete Methode ist das Hören beruhigender Musik. Indem Sie ihren Gaumen verwöhnen, tragen Sie ebenfalls zu ihrem ganzkörperlichen Wohlbefinden bei. Angenehme Düfte in Form von ätherischen Bädern, Saunen oder Räucherstäbchen sind auch nicht zu unterschätzende Entspannungshelfer.

Finden Sie ihren Rhythmus: Unsere Gewohnheiten helfen uns dabei, alltägliche Entscheidungen per Autopilot zu erledigen, sodass diese nicht auf der bereits ewig langen Liste all der Entscheidungen auftauchen, die wir jeden Tag zu fällen haben.

Die erholsamste Entspannungsstätte ist, wer hätte das gedacht, unser Bett. Sorgen Sie also dafür, dass Sie täglich die nötige Schlafration von 7 – 8 Stunden bekommen. Dazu sollten Sie auch jeden Tag möglichst zur selben Zeit Schlafen gehen.

Es ist nichts neues, das es schlafförderlich ist, vor dem Einschlafen einen Roman zu lesen. Nutzen Sie diese Erkenntnis. Sie wissen ja, eine Vollbremsung in Punkto Entspannung ist äußerst unangenehm.

Entspannung in allen Lebensbereichen

Sobald Sie spüren, dass ihre Fähigkeit sich in Ruhe zu entspannen so weit ausgeprägt ist, dass Sie bewusst mehr Kraft in kürzerer Zeit tanken, können Sie ihre Entspannungstechniken mit der Zeit auf alle anderen Bereiche des Lebens übertragen.

Sich in Bus und Bahn so entspannen zu können, wie auf dem heimischen Sessel ist durchaus im Bereich des Möglichen. Vor allem in Stresssituationen wird ihre Umwelt hautnah spüren, dass Sie die Ruhe selbst sind. Und Sie werden mit einem Lächeln im Gesicht feststellen, dass alle Probleme ihren Ursprung im Gedanken haben.

Sie merken schon, es ist gar nicht so einfach nichts zu tun. Aber wie bei jeder anderen Tätigkeit, werden Sie mit jedem Training besser. Also viel Erfolg auf dem Weg zum Meister der Entspannung!

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