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Geteilte Fehler sind halbe Fehler

Da sich nicht alle Fehler im Voraus vermeiden lassen, müssen wir lernen mit unseren gemachten Fehlern umzugehen.

Eine Möglichkeit wäre es, sie zu verheimlichen und zu hoffen, dass niemand Wind davon bekommt. Wenn das Geheimnis über diesen Fehler aber später einmal zum Vorschein tritt, haben wir ein Problem: Wir stehen in der Ecke und müssen eine verteidigende, defensive Position einnehmen. Wir können uns nur rechtfertigen oder den Fehler auf andere abwälzen.

Angriff ist die beste Verteidigung

Anstatt begangene Fehler zu verschweigen, sollten wir eine aktive Haltung einnehmen und Sie offen und ehrlich zugeben. Das bringt Sie von einer defensiven Haltung hin zu einer „angreifenden“ Stellung. Dadurch nehmen Sie dem eigentlichen Angreifer (Ihrem Chef, Partner usw.) schon im Voraus den Wind aus den Segeln.

Sie entkräften alle Angriffspunkte, indem Sie diese gegen sich selbst vorbringen. Der andere kann Ihrem „Selbstangriff“ nur zustimmen. Und meist lindert diese nun defensive Haltung Ihres Gegenübers die von Ihnen begangen Fehler um Einiges. Sie bringen die Bombe selbst zum Platzen, ohne den sonstigen Schaden zu erleiden. Ihre Selbstkritik wirkt auf den anderen bemitleidend. Oder können Sie etwa auf jemanden sauer sein, der Ihnen gerade von seinen Fehlern und Problemen erzählt?

Fehlerbeichte – So wird’s gemacht!

Stellen Sie sich vor, Sie hätten bei einem Projekt an einigen Stellen etwas schlampig gearbeitet. Ihr Chef bekommt Wind davon und stellt Sie zur Rede. Er weiß, dass er im Recht ist und nutzt dieses Wissen auch aus, um Sie so richtig runter zu machen. Ihre Reaktion bestünde nun daraus, dieser Kritik zuzustimmen oder Ihre Verantwortung an andere abzuschieben.

Mit dem jetzigen Wissen haben Sie die Möglichkeit anders zu handeln. Anstatt darauf zu warten, bis Ihr Chef das Wort gegen Sie erhebt, könnten Sie ihm zuvorkommen und Ihre Fehler offen und ehrlich eingestehen. Dabei sollten Sie Ihre Fehler nicht schmälern, denn dadurch würde das Mitgefühl und Verständnis Ihres Gegenübers ebenfalls schrumpfen.

Was wird geschehen? Ihr Chef wird Ihnen zustimmen, denn die Fehler sind beiden bewusst. Nur haben Sie ihm durch Ihre aktive Position selbst in die Ecke getrieben. Er kann Ihnen nur noch beipflichten. Wahrscheinlich wird er Ihre Fehler von selbst kleiner machen als sie sind. Er wird Sie nicht mit den Füßen treten, wenn Sie schon am Boden liegen.

Durch diese Vorgehensweise schaffen Sie sich sogar noch zusätzliches Vertrauen. Ihre Ehrlichkeit wird bei Ihren Gegenüber ankommen, und zwar weil Sie vor allem eines ist: OFFEN und EHRLICH!

Natürlich müssen Sie nicht wegen jedem winzigen Fehler Beichte ablegen. Das würde mehr Zeit fressen als es Nutzen bringt. Vor allem da im Nachhinein scheinbar große Probleme doch winzig klein sind. Hören Sie in diesem Fall einfach auf Ihr Bauchgefühl, Ihr Gewissen. Wenn Sie bei einem Fehler das Gefühl haben, dass er ein wirklicher Fehler war, dann sagen Sie es. Verheimlichen Sie nichts, was später mit Sicherheit ans Licht kommt.

Mein Tipp:

Wechseln Sie vor Beginn einer Fehlerdiskussion aus der Defensive in die Offensive, indem Sie Ihre Fehler offen und ehrlich eingestehen. Nehmen Sie Ihrem „Gegner“ damit die nötige Angriffskraft. Selbstkritik erzeugt beim Anderen Reue und Mitgefühl, wo zuvor nur Hass und Zorn waren. Auf diese Weise zum Vorschein gebrachte Fehler lösen Sie nicht selten in Luft auf.

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